Studien, Analysen, Hintergrundinformationen

Eine Übersicht aktueller Veröffentlichungen zum Thema Frauen am Arbeitsmarkt finden Sie hier. 

Handlungsorientierte Sozialberichterstattung 2026: Schwerpunkt Alleinerziehende

Die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen (HSBN) liegt in ihrer 17. Ausgabe vor. Schwerpunktthema des aktuellen Berichts ist die soziale Lage von Alleinerziehenden.

In Niedersachsen gab es 2025 insgesamt 248.000 Alleinerziehende. Damit war etwas weniger als jede vierte Familie eine Alleinerziehendenfamilie. Unter den Alleinerziehenden waren Frauen weiterhin deutlich in der Mehrheit. Alleinerziehende Mütter mit minderjährigen Kindern waren 2025 seltener erwerbstätig als Mütter in Paarfamilien. Waren alleinerziehende Mütter jedoch erwerbstätig, arbeiteten sie häufiger in Vollzeit.

Der Statistikteil mit zahlreichen Tabellen, Grafiken und regionalen Auswertungen steht auf der Webseite des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung zum Download bereit. Dort ist auch der Anlagenbericht zur Situation Alleinerziehender zu finden.

Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen

Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland: Fokus Sorgearbeit

Was hat sich zuletzt in Bezug auf die Situation von Frauen und Männern im Berufsleben getan? Wie groß sind die Ungleichheiten, wo gab es Fortschritte bei der Gleichstellung, wo Stagnation? Diesen Fragen gehen Dr. Yvonne Lott vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und Svenja Pfahl und Eugen Unrau vom Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra) in einer neuen Studie nach. Anhand von knapp 30 zentralen Indikatoren aus dem WSI-Genderdatenportal liefert ihr Report auf Basis der aktuellsten verfügbaren amtlichen Daten eine Übersicht über den Stand der Gleichstellung. 

Zentrale Trends: Zwar hat sich der Rückstand von Frauen bei Einkommen und Rente verringert. Bei Erwerbsbeteiligung, Arbeitszeiten, Arbeitsbelastung und der Aufteilung von Sorgearbeit sind sie jedoch nach wie vor deutlich im Nachteil. "Es bestehen weiterhin deutliche Unterschiede am Arbeitsmarkt zwischen Frauen und Männern. Die Geschlechterungleichheiten fallen besonders deutlich aus, wenn Kinder mit im Haushalt leben", schreiben die Forschenden. So haben erwerbstätige Mütter und Väter im Durchschnitt zwar jeweils eine Gesamtarbeitszeit von 60 Stunden pro Woche. Das Verhältnis von bezahlter Erwerbs- und unbezahlter Sorgearbeit unterscheidet sich jedoch stark.

Der Report findet sich auf der Webseite des WSI zum Download.

Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung

Vierter Gleichstellungsbericht: Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation

Mit dem "Schwerpunkt Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation" befasst sich der Vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, der nun als Unterrichtung. Darin warnen die Sachverständigen unter anderem davor, Transformationsstrategien einseitig auf technik- und industrieorientierte Lösungen auszurichten, denn dies berge die Gefahr, Geschlechterungleichheiten zu verschärfen. 

Zur Erläuterung dieses Aspekts führen sie aus: "Strukturelle Geschlechterungleichheiten, etwa beim Einkommen, auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Verteilung von Sorgearbeit, werden bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen bislang kaum berücksichtigt. Der CO2-Preis für fossile Heizenergie beispielsweise trifft alleinlebende und alleinerziehende Frauen aufgrund ihres geringeren Einkommens überdurchschnittlich hart; zugleich können sie seltener auf klimafreundliche Alternativen umstellen. Bei klimapolitischen Strategien und Investitionen für die Wirtschaft liegt der Fokus auf technikzentrierten Lösungen, dem Problem des Beschäftigungsverlustes in emissionsstarken Branchen und Entlastungen für energieintensive Industrien; damit stehen männerdominierte Branchen im Mittelpunkt der Bemühungen. Die Folgen des Klimawandels für frauendominierte Branchen, etwa für Dienstleistungen in den Bereichen Soziales, Bildung und Gesundheit, werden demgegenüber vernachlässigt."

Den vierten Gleichstellungsbericht können Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend einsehen.

Quelle: Deutscher Bundestag, Parlamentsnachrichten

Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern

Eine nachhaltige und zielorientierte Gleichstellungspolitik lässt sich am besten auf Basis gesicherter Daten sachlich begründen und umsetzen. Einen großen Beitrag dazu leistet bundesweit der inzwischen vorliegende "4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland" (Stand Juli 2020), der das Ziel hat, die Entwicklung der Gleichstellung seit Herausgabe der ersten Version 2009 zu verfolgen. Mit jeder Aktualisierung waren auch eine Weiterentwicklung des Atlas und die Aufnahme neuer Indikatoren verbunden. Eine wesentliche Änderung besteht bei der nun vorliegenden aktuellen Version in der Zusammenfassung der Indikatoren mit Bezug zur "Erwerbs- und Sorgearbeit" zu einem eigenständigen Kapitel.

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.

BMFSFJ-Dossier: Kinder, Haushalt, Pflege - wer kümmert sich?

Frauen gehen aufgrund der Übernahmen von Sorgearbeit seltener einer Erwerbsarbeit nach, die sie bis ins Alter finanziell absichern wird. Männer sind weniger an der Sorgearbeit beteiligt, ohne die gesellschaftliches Leben und wirtschaftliches Wachstum gar nicht möglich wären. Warum entwickeln sich die Lebensläufe auseinander? Warum werden Menschen zu "Sorgepersonen" oder zu "Erwerbspersonen"? Welche Faktoren beeinflussen die Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit? Und wie lässt sich die Sorge- und Erwerbsarbeit gerechter aufteilen? Das Dossier des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) findet Antworten auf diese Fragen. Es fasst die Ergebnisse eines Forschungsberichts zusammen.

ESF

ESF — Europäische Förderung für Niedersachsen

Die Bezeichnung ESF steht für Europäischer Sozialfonds. Der ESF ist seit über 60 Jahren Europas wichtigstes Instrument zur Förderung der Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. In der Förderperiode 2021-2027 wird der ESF zum ESF Plus. Weiterhin wird das Ziel verfolgt, die Beschäftigungs- und Bildungschancen für alle Menschen in der EU langfristig zu verbessern. Aus den Mitteln werden in Niedersachsen u.a. die Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft gefördert.

Gefördert durch: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Kofinanziert von der Europäischen Union Niedersachsen – Das ist groß