Aktionswoche „Finanziell auf eigenen Füßen stehen“ – Niedersachsen rückt wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen in den Fokus

Den eigenen Lebensunterhalt dauerhaft und unabhängig von äußeren Einflüssen sichern zu können, ist für viele Frauen nicht möglich. Vor allem Mütter kleiner Kinder, Frauen mit pflegebedürftigen Angehörigen und Alleinerziehende tragen oftmals die Hauptverantwortung für Care-Arbeit, was sich direkt auf Arbeitszeiten, Einkommen, Aufstiegsmöglichkeiten und die finanzielle Absicherung im Alter auswirkt. Die Bund-Länder-Aktionswoche „Finanziell auf eigenen Füßen stehen“ setzt genau da an, um für diese Themen zu sensibilisieren und neue Perspektiven aufzuzeigen. Vom 15. bis zum 19. Juni finden Veranstaltungen und Beratungsangebote unter Beteiligung zahlreicher vom Land Niedersachsen geförderten Projektpartnerinnen und -partnern statt.

Niedersachsens Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi betont: „Wirtschaftliche Eigenständigkeit bedeutet für Frauen nicht nur ein auskömmliches eigenes Einkommen. Sie schafft Freiheit, Sicherheit und echte Selbstbestimmung für das eigene Leben. Gute Rahmenbedingungen, die eine substanzielle Erwerbstätigkeit von Frauen ermöglichen und lohnender machen, sind dabei die wichtigste Grundvoraussetzung. Aber auch das Wissen um die ökonomischen Auswirkungen der eigenen Lebensentscheidungen ist essentiell. Aus diesem Grund begrüße ich die Bund-Länder-Aktionswoche und die verschiedenen Veranstaltungen und Angebote, die auf diese Umstände aufmerksam machen und so das nötige Bewusstsein schaffen.“

Weiterhin unterstützt das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen mit vielfältigen Angeboten und Förderstrukturen. Ein zentrales Instrument ist die RIKA-Richtlinie „Regionale Initiativen und Kooperationen für Frauen am Arbeitsmarkt“. Über die Richtlinie werden 23 Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft, 6 Gründungsberatungsstellen sowie weitere Einzelprojekte in ganz Niedersachsen gefördert. Die Angebote unterstützen Frauen auf dem Weg in die Beschäftigung, bei der beruflichen Weiterentwicklung oder der Selbstständigkeit.

Hintergrund:

Mit der Aktionswoche verfolgen Bund und Länder das Ziel, wirtschaftliche Eigenständigkeit als gesellschaftliches Leitbild stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Im Vordergrund steht dabei unter anderem der Relaunch von zwei Angeboten des BMBFSFJ: Die „Lebenskarte“ und der „Lohn-O-Mat“. Die „Lebenskarte“ zeigt anhand von acht Lebensstationen, welche finanziellen Fragen in den verschiedenen Lebensphasen wichtig werden und stellt passende, staatlich geprüfte Informationen und weitere Angebote zur Verfügung. Der „Lohn-O-Mat“ macht erstmals finanzielle Auswirkungen persönlicher Lebensentscheidungen - auch im Paarkontext - individuell berechenbar, damit diese bewusster getroffen werden können. Deutschlandweit beteiligen sich Vereine, Initiativen und lokale Partner mit Veranstaltungen, Online-Formaten und Beratungsangeboten an der Woche, um für die Bedeutung des Themas zu sensibilisieren und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zudem findet am 18. Juni die Veranstaltung „Wirtschaftliche Eigenständigkeit: Ein neues Leitbild für die Gleichstellungspolitik“ mit Bundesministerin Prien, den Gleichstellungsministerinnen und -ministern der Länder und ausgewählten Expertinnen und Experten in Dresden statt. Diskutiert wird, wie die wirtschaftliche Eigenständigkeit gestärkt werden kann und welche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen.

Weitere Informationen zur Aktionswoche:

https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/gleichstellung/frauen-und-arbeitswelt/berufliche-selbststaendigkeit/finanziell-auf-eigenen-fuessen-stehen-die-bundesweite-aktionswoche-2026-285894 

Zum Aktionskalender:

https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/286022/11fa3de82ddf193803eadaa940febd91/aktionskalender-wirtschaftliche-eigenstaendigkeit-data.pdf 

Die „Lebenskarte“ und der „Lohn-O-Mat“ sind hier abrufbar:

https://www.lebenskarte.info/ 

Gefördert durch: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Kofinanziert von der Europäischen Union